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Die Kirchenbauhütte Südharz ist ein Kooperationsformat des Evangelischen Kirchenkreises Südharz und des Kreiskirchenamtes Nordhausen mit Partnern aus Handwerk, Bildung und Forschung zum Erhalt kirchlicher Baudenkmäler. Im Rahmen von Bauschulen widmet sich die Kirchenbauhütte Südharz jährlich ein bis zwei Kirchen im Kirchenkreis. 

In der diesjährigen 10-tägigen Bauschule werden denkmalgerechte Handwerks- und Sanierungstechniken am Denkmal vermittelt und angewendet. Im baupraktischen Teil wird unter Anleitung eines Steinrestaurators ein Teilbereich des gipshaltigen Mauerwerkes der Dorfkirche St. Marien in Obersachswerfen bearbeitet. Dazu gehört die fachgerechte Bearbeitung von Mauerwerksfugen, der Austausch und die Ergänzung zurückgewitterter Bruchsteine und der Einbau und die Bearbeitung von Sohlbänken nach historischem Vorbild.  

Im Rahmen von Exkursionen und Vorträgen werden weitere Praxisbeispiele in der Sanierung gipshaltigen Mauerwerks und Sanierungsschäden vorgestellt und Einblicke in Kirchenbaugeschichte/ Entwicklung Dorfkirchen in Thüringen und in der Region vermittelt. 

Optional wird bei Interesse zusätzlich ein Bauaufnahme-Praktikum angeboten (+ 4 Tage/zwei Wochenenden), in dem Grundlagen der denkmalpflegerischen Bauaufnahme (digital unterstütztes Handaufmaß, Tachymeter und Raumbuch) am Objekt vermittelt werden.


Am 26. Mai 2024 werden in den thüringischen Städten, Gemeinden und Landkreisen die Kommunalvertretungen neu gewählt, teilweise auch (Ober-)Bürgermeister:innen und Landrät:innen. Bundesweit blicken viele mit Sorge auf diese Wahlen, die vor allem als Stimmungstest für die Landtagswahlen im Herbst angesehen werden und bei denen ein starkes Ergebnis der vom Thüringer Verfassungsschutz als „erwiesen extremistisch“ eingestuften AfD erwartet wird.

Aber stimmt diese Vorstellung einer Dominanz überlokaler Themen und parteipolitischer Erwägungen bei einer Wahl, bei der darüber abgestimmt wird, wer in Gemeinderäten sitzt? In welchem Maße sind für den Wahlausgang nicht Landes- oder Bundespolitik und grundsätzliche gesellschaftliche Wertvorstellungen bedeutend, sondern (auch) lokale Sachfragen? Welche Parteien formulieren in ihren Wahlprogrammen vor Ort welche Positionen? Wie nehmen die Bürger:innen diese Positionen wahr und inwiefern sind sie bedeutsam für ihre Wahlentscheidungen? Oder haben sie keine Wahl, weil die Unterschiede zwischen den Parteien nicht groß genug oder bestimmte Einstellungen von keiner Partei vertreten werden? Werden andere Themen als wichtiger erachtet oder überdecken strategische Überlegungen die sachliche Entscheidung? Der Schwerpunkt liegt bei diesen Fragen auf urbanistischen Themen: Welche Leitvorstellungen, Werte, Themen, Instrumente und Ideen der Stadt- und Regionalentwicklung, der räumlichen Planung und Gestaltung der gebauten Umwelt stehen zur Wahl?

Um diesen und weiteren Fragen nachzugehen, bietet der Lehrstuhl Raumplanung & Raumforschung ein Modul an, das aus gemeinsamen forschenden Lernen, inhaltlichen, theoretischen und methodischen Inputs sowie Austausch und Diskussion besteht. Die aktive Teilnahme kann für Urbanistik-Studierende als Seminar im Wahlbereich anerkannt werden. Auch Bachelor- und Masterthesen, die sich in diesem Themenfeld verorten und die Lehrveranstaltung als Kolloquium für Input, Diskussion und Weiterentwicklung nutzen wollen, sind willkommen. Eine Öffnung für Studierende anderer Fachrichtungen in Form eines bauhaus.moduls ist geplant.

Aufgrund des Wahltermins in der ersten Hälfte des Sommersemesters und dem Wunsch, vor, an und nach diesem Termin Erhebungen vornehmen zu können (z.B. Befragungen, Experteninterviews etc.), soll die inhaltliche und methodische Auseinandersetzung bereits in der vorlesungsfreien Zeit gestartet werden. Form und ggf. Termine hierfür werden gemeinsam festgelegt.

Um dies alles zu besprechen, laden wir zu einem ersten Treffen am 31.1.2024 um 19 Uhr im IfEU ein. Wir freuen uns über vorherige Rückmeldungen, Anregungen und Fragen an grischa.bertram@uni-weimar.de.