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Philosophen wie Giorgio Agamben und Slavoj Zizek haben auf die Corona-Krise mit pauschalen Kommentaren reagiert. Ausgehend von solchen aktuellen Stellungnahmen unternimmt es das Seminar, geistes- und sozialwissenschaftliche Ressourcen für eine fundierte Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Krise zu identifizieren und zu mobilisieren. Einen Schwerpunkt werden dabei Beiträge aus Wissenschaftsgeschichte, Historischer Epistemologie und Science and Technology Studies (STS) bilden – von Foucaults Analyse des Quarantäne-Regimes als Vorstufe zum Panoptismus über Canguilhems Studien zur Entstehung der Bakteriologie aus dem Geiste der experimentellen Medizin bis hin zu Latours Darstellung von Pasteurs Mikroben als non-humaner Akteure par excellence. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Auseinandersetzung mit der Rezeption von virologischen Wissensfiguren in anderen Disziplinen sein, einerseits etwa in Soziologie und Computer  Science, andererseits in populärer Kultur und Literatur. Auf diese Weise verdeutlicht das Seminar, dass es eine Vielzahl von theoretisch reflektierten und historisch informierten Positionen gibt, auf die in der aktuellen Auseinandersetzung mit der Corona-Krise produktiv zurückgegriffen werden kann – jenseits von Floskeln wie „Ausnahmezustand“ (Agamben) oder „Fastenzeit“ (Latour).




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