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https://moodle.uni-weimar.de/enrol/index.php?id=30429

Bauhausmodul für alle Studierenden aller Fakultäten im SoSe 2021.

Konzeption und Leitung, Klaus Schmitz-Gielsdorf, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Baumanagement und Bauwirtschaft

klaus.schmitz-gielsdorf@uni-weimar.de



Wie kann die gesundheitsfördernde Wirkung der Natur in Architektur, Städtebau und Freiraumplanung stärker Berücksichtigung finden? Über den allgemeinen Konsens hinaus, dass Natur schön ist und ein Waldspaziergang guttut, gibt es eine immer stärker werdende Bewegung, die die gesundheitsfördernde Wirkung von Natur untersucht und mit wissenschaftlichen Methoden erforscht. Diverse Studien geben Auskunft darüber, welche Vitalparameter und -funktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Körpertemperatur, Adrenalinspiegel, Cortisonwert, das Immunsystem und nicht zuletzt die psychische Befindlichkeit sich verbessern und gestärkt werden bei Aufenthalten in und Kontakt mit der Natur, Flora und Fauna.

Was bedeutet das für Architektur und Städtebau? Wie können und sollten diese Erkenntnisse konkret in der Planung von Gebäuden und in der Stadtplanung Berücksichtigung finden? Welche gestalterischen Konsequenzen, aber auch volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Aspekte hat das? 

Im SoSe 2021 soll diesen Fragestellungen und diesen Themen im Bauhausmodul Biophilic Architecture and Urbanism auf den Grund gegangen werden. Es sollen im Rahmen dieses Seminars die Fragestellung erörtert, Quellen und Studien zusammengetragen und Beispielprojekte recherchiert werden.

Im SoSe 2021 wird parallel ein Semesterprojekt angeboten, in dem die Erkenntnisse und Fragestellungen nicht nur berücksichtigt, sondern zum zentralen Thema des Entwurfs gemacht werden sollen. Das Grundstück wird in Leipzig im Stadtraum Bayrischer Bahnhof sein. Durch das Projekt City-Tunnel, also die Verlegung großer Teile der Schienenwege in einen Tunnel, ist im Süden der Stadt ein völlig neuer Stadtraum entstanden, der noch viel Jahre Gegenstand der städtebaulichen Entwicklung sein wird und Möglichkeiten bietet sowohl städtebaulich wie architektonisch und landschaftsplanerisch Neues auszuprobieren und zu entwickeln.

https://www.leipzig.de/bauen-und-wohnen/stadtentwicklung/projekte/stadtraum-bayerischer-bahnhof/

https://www.bayerischerbahnhofleipzig.de/

Die Entwurfsaufgabe ist ein "Place of Health, Healing and Connection". Ein Haus, dass im Sinne der Salutogenese, die Gesundheitsförderung und die Gesundheitserhaltung und das Bedürfnis und die Sehnsucht des Menschen nach Verbindung (zur Natur, zu anderen Menschen, zur Gesellschaft, zum Kosmos) zum Thema hat. Es kann ein Stück weit ein klassisches Krankenhaus / Ärztehaus sein, aber der Schwerpunkt soll der Gesundheitsvorsorge dienen und insbesondere die gesundheitsfördernde Wirkung der Natur berücksichtigen, thematisieren und beispielhaft umsetzen. Es sollen Räume (Innenräume, Außenräume, Übergangsräume) entstehen, die dem Stressabbau, der Ernährungsberatung, der Verbindung zur Natur und Therapien dienen. Räume die zur Meditation, Einkehr, Auseinandersetzung, mit transzendenten Themen, Körperarbeit, Yoga und Thai Chi, einladen und Raum und Möglichkeiten bieten "sich zu verbinden", mit anderen Menschen, mit der Natur, mit der Arbeitswelt, mit dem Komos. Dazu kann Wohnraum und Workspace entstehen, der die neuen Entwicklungen zum Homeoffice aufgreift und temporäres Wohnen für die Gäste des "Place of Health, Healing and Connection" ermöglicht. Dass Ganze verbunden mit Freibereichen, Gärten, urbanem Wald, Wasserflächen, Kräutergärten, Sternwarte, Sonnenuhren, etc. Die Aufgabenstellung kann nach eigenen Vorstellungen modifiziert werden, das Thema soll aber ein "Place of Health, Healing and Connection" bleiben und die Möglichkeiten der Verbindung von Natur, Mensch, Gesundheit, Architektur und Städtebau ausloten und umsetzen. Es ist eine Fläche am Bayrischen Bahnhof in Leipzig unterhalb der Kurt-Eisner-Straße mit dem Stadtplanungsamt vorbesprochen, die sich dafür eignen würde. Es kann wahlweise ein auf dem Gelände befindlicher, ehemaliger Lokschuppen umgebaut oder erweitert werden und / oder ein vollständiger Neubau errichtet werden. Vorgabe ist, dass alles Neue aus Holz konstruiert wird. Es ist ein eigenes Raumprogramm zu entwickeln, ein städtebauliches Konzept, ein Freiraum- und Landschaftskonzept, ein Hochbauentwurf, ein Kostenrahmen und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Link zur Moodleseite des Semesterprojektes:

https://moodle.uni-weimar.de/course/view.php?id=30424

Voraussetzungen

Das Bauhausmodul ist für alle Studierende aller 4 Faklutäten der Bauhaus-Universität Weimar (4 SWS und 6 Leistungspunkte) sowie auch für externe TeilnehmerInnen offen. Es werden Noten vergeben. Bachelorstudierende des 3-6 Semesters können auch teilnehmen, können aber nur 2 SWS und 3 Leistungspunkte angerechnet bekommen. Inwieweit alle Fakultäten das Bauhausmodul anrechnen muss mit den jeweiligen Studiengangsverantwortlichen individuell geklärt werden. Ggf. muss eine Leistungsvereinbarung vorab abgeschlossen werden. 

Weiterhin handelt es sich um zweisprachiges Seminar, deutsch und englisch. Das heißt, man müsste in beiden Sprachen zu Hause sein und kommunizieren können. Wir werden voraussichtlich immer mal wieder zwischen deutsch und englisch wechseln.

Leistungen

Regelmäßige Teilnahme am Online-Seminar. Abgabe der Übungen.

Gemeinsam Erstellung einer Dokumentation des Seminars. Das heißt einzelne oder Zweiergruppen erarbeiten jeweils ein Kapitel der behandelten Themen, dokumentieren die Gruppenarbeit, sammeln ggf. entstandene Zwischenergebnisse, etc. und alles wird in einem einheitlichen Layout in einer Seminarbroschüre zusammengefasst. 

Die Teilnahme an dem Semesterprojekt / Entwurfsaufgabe "Place of Health, Healing and Connection" im SoSe 2021 auf Grundlage des Bauhausmoduls "Biophilc Architecture and Urbanism" ist nicht zwingend.

Referentinnen und Referenten

Frau Prof. Helena van Vliet, Pratt Institute New York

Frau Prof. Dr. Elisabeth Schroeder, Hochschule Heilbronn

Frau Dr. Alexander Abel, Dipl. Psych., Lehrbeauftragte an der Bauhaus - Universität Weimar

Herr Gabriel Dörner, Lehrbeauftragter an der Bauhaus-Universität Weimar und freiberuflicher Kommunikationsgestalter, Herausgeber des Buches " Ästhetik der Heilsamen Orte".

Herr Dr. Martin Grunwald, Leiter des Haptic-Labors am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. (nur wenn Präsenzveranstaltung möglich ist)  

Dr.-Ing. habil. Katharina Brichetti, Architektin, Bauhistorikerin und Privatdozentin an der Technischen Universität Berlin, mit Franz Mechsner Verfasserin des Buches "Heilsame Architektur"

Herr Prof. Dr. Bernd Nentwig, Bauhaus - Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik, Professur für Architektur und Urbanistik

Herr Klaus Schmitz-Gielsdorf, M.Sc.urb.man. / Dipl. Ing. Architekt, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Bauhaus-Universität Weimar  

Veröffentlichung

Es ist geplant, eine Veröffentlichung über das Bauhausmodul in Form eines Buches zu machen, in dem vor allen Dingen auch die Beiträge der Studierenden gewürdigt werden.