Der Begriff der
Biophilie wurde von dem deutschen Psychoanalytiker, Philosophen und Sozial-psychologen
Erich Fromm gebildet und von Edward O. Wilson, einem US-amerikanischen Biologen
und Insektenkundler, der für seine Beiträge zur Evolutionstheorie und
Soziobiologie bekannt ist, weiterentwickelt. Sie postulieren, dass jedem
Menschen die Liebe zum Leben, zum Lebendigen und zur Natur eigen ist. Vorbedingung
der Biophilie ist aus Sicht Erich Fromms, die Abschaffung der Ungerechtigkeit
und die Freiheit des Menschen, die Freiheit von politischen Fesseln und die
„Freiheit etwas zu schaffen und aufzubauen, zu staunen und etwas zu wagen.“ Als
weitere Voraussetzung nennt er die „Sicherheit in dem Sinn, dass die
materiellen Grundlagen für ein menschenwürdiges Dasein nicht bedroht sind“
(Erich Fromm, Die Seele des Menschen, dtv, 2016, S. 58-59)
Die Fragen, mit
denen wir uns u.a. beschäftigen wollen, sind, wie kann die
gesundheitsfördernde Wirkung von Natur in Architektur und Städtebau stärker
Berücksichtigung finden? Wo finden sich Fragen in der Kunst, in den Medien und
in der Literatur zum Verhältnis von Mensch und Natur? Wie kann das Verhältnis
und die Verbundenheit von Mensch und Natur neu belebt und positiv gestaltet
werden und sind dies nicht grundlegende Voraussetzung, um Fragen des
Klimawandels, der CO2-Emissionen und des Erhalts von biologischer Diversität zu
beantworten?
Wir sind der Auffassung, dass die Lösung der aktuellen Probleme nicht nur durch technische Innovationen gefunden werden kann, sondern dass es zu einem grundlegendem Wertewandel kommen muss.
- Weg von der anthropozentrischen Sicht, hin zu einem Bild, in dem der Planet mit seinen gesamten Lebens- und Erscheinungsformen im Mittelpunkt steht.
- Weg vom quantitativen Wirtschaftswachstum auf Kosten der endlichen Ressourcen und der Lebensverhältnisse in anderen Weltregionen, hin zu einem qualitativen Wachstum für alle und alles, auf Grundlage von Kreisläufen, Energieeinsparung, Nachhaltigkeit und Resilienz.
- Weg von der Entfremdung zwischen Mensch und Natur und Reintegration des Menschen in die Natur. Der Mensch als EIN Teil der Natur, der sich einfügt, aber nicht beherrscht.