
Städte sind auch immer Räume der Kindheit, denn Kinder und Jugendliche nutzen, erleben und prägen Räume auf eigene Weise - und dennoch bleiben ihre Perspektiven in Architektur, Stadtplanung und kritischer Stadtforschung häufig randständig. Der Anarchist und Stadtforscher Colin Ward beobachtete, wie Kinder „jedes übriggebliebene Fleckchen der Stadt ihren eigenen Zwecken nutzbar machen“ – und stellte die unbequeme Frage, ob wir uns inzwischen zu sehr daran gewöhnt haben, Kinder aus dem öffentlichen Raum verschwinden zu sehen. Das Seminar folgt diesen Spuren und untersucht die vielfältigen aktuellen, wie historischen Beziehungen zwischen Stadt und Kindheit: Wie haben Stadterneuerung, Massenmotorisierung und funktionalistische Planung das Aufwachsen in der Stadt verändert? Welche Vorstellungen von Sicherheit, Ordnung und „guter Kindheit“ schreiben sich in Spielplätze und Stadträume ein? Und welche Rolle spielen die experimentellen Gegenbewegungen, die neue Erlebnis- und Aneignungsräume eröffneten?
In drei Blöcken verbindet das Seminar Theorie und Praxis: Zunächst entwickeln wir eine gemeinsame theoretische Grundlage, diskutieren anschließend mit Expert:innen aus Spielplatzforschung und Sozialer Arbeit und übersetzen unsere Analysen schließlich in eigene kollektive und interdisziplinäre Projekte.
Bison-Link
- Trainer/in: Frank Eckardt
- Trainer/in: Jannis Steinacker